25 Jahre Grabungsbeginn an der römischen villarustica

27.03.2019

Wer erinnert sich noch daran, dass die Gemeinde 1993 im Zusammenhang mit der Bebauungsplanung des Baugebietes „Weilenweg“ die Gemeinde erstmals vom Landesdenkmalamt darüber informiert wurde, dass mitten im neu geplanten Baugebiet ein römischer Gutshof liegt?

Diese Nachricht wurde seinerzeit in der Gemeinde mit zwiespältigen Gefühlen aufgenommen. Zwar hat man sich damals über diese für die örtliche Siedlungsgeschichte doch bedeutende Entdeckung gefreut, im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung der dort geplanten Erschließung aber auch große Sorge gehabt.
Im Sommer 1994 wurde das Haupthaus der Wurmlinger Villa Rustica freigelegt. Der in der nordwestlichen Ecke liegende und in die Erschließungsstraße ragende kleine Teil des Kellers wurde bereits im November freigelegt, vermessen, detailliert aufgenommen und letztlich für die Überbauungfreigegeben.
Im Sommer 1994 wurde das Haupthaus der Wurmlinger Villa Rustica freigelegt. Der in der nordwestlichen Ecke liegende und in die Erschließungsstraße ragende kleine Teil des Kellers wurde bereits im November freigelegt, vermessen, detailliert aufgenommen und letztlich für die Überbauungfreigegeben.
In Verhandlungen mit dem Landesdenkmalamt konnte dann erreicht werden, dass noch im Herbst 1993 mit einer vierwöchigen der Ausgrabung des durch die Erschließungsstraße bedrohten Teils des Hauptgebäudes des Gutshofes begonnen wurde. Die beiden „großen“ Grabungskampagnen waren dann von Mitte Juli bis Mitte September 1994, in der das restliche Hauptgebäude freigelegt wurde sowie von Mitte Juli bis Mitte Oktober 1995, als schließlich auf Drängen der Gemeinde auch die Reste der beiden weiteren zum Gutshof gehörenden und südlich liegenden Gebäude freigelegt wurden.
In mühevoller Kleinarbeit wurde von vielen Archäologiestudenten Schicht für Schicht abgetragen, die Funde fein säuberlich dokumentiert und die Erkenntnisse ausgewertet.
In mühevoller Kleinarbeit wurde von vielen Archäologiestudenten Schicht für Schicht abgetragen, die Funde fein säuberlich dokumentiert und die Erkenntnisse ausgewertet.
Mit großem Interesse aber auch mit Spannung wurden damals in Wurmlingen die Arbeiten der Grabungsteams um Marcus Reuter verfolgt. Zahlreich interessante Erkenntnisse und auch etliche ganz besonderen Funde wie der Adlerkopf oder der WurmlingerGullideckel haben eindrucksvoll bestätigt, dass diese Grabung in vielerlei Hinsicht richtig war. Und nicht zuletzt auch wegen des bis heute archäologisch einmaligen Befundes und Nachweisesder unmittelbar anschließenden alemannischen Besiedelung im freigelegten Badgebäude. Am Ende der Grabungskampagnen und deren Auswertung wurde deshalb schließlich vom Denkmalamt festgestellt, dass das Badgebäude ob seines besonderen, ja einmaligen Befundes als Kulturdenkmal erhalten werden muss. Nach intensiven Diskussionen in der Gemeinde und im Gemeinderat erfolgte dann 24.04.1997 der Spatenstich für das heutige Schutzhaus. Dieses wurde schließlich am 08.05.1998 eingeweiht und seither sind die Wurmlinger wohl alle recht stolz, auf diese sehr ansprechende Art und Weise ein Teil ihrer Geschichte so anschaulich und unverfälscht präsentieren und erlebbar machen zu können.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Fördervereins Römisches Bad am kommendenFreitag um 19.30 Uhr im Gasthaus „Traube“ wird es mit einigen Bildern einen kleinen Rückblick an den Grabungsbeginn und die drei Grabungskampagnen geben, die seinerzeit unter der Leitung des Landesdenkmalamtes und vor Ort in Persona von Marcus Reuter geleitet wurden. Er wird als ganz besonderer Gast an diesem Abend anwesend sein und neben seinem Hauptvortrag „Gefährliches Pflaster – Kriminalität im Römischen Reich“ ganz bestimmt auch zur seinerzeitigen Grabung interessante Anekdoten und Geschichten aus dem Nähkästchen erzählen können. Mit Sicherheit ein spannender und unterhaltsamer Abend, zu dem wir herzlich einladen.

So sah es am heutigen Etterweg im September 1994 aus. Das Hauptgebäude war freigelegt und die Erschließungsstraße gebaut. Noch unter der Erde schlummerten südlich anschließend das mittlere Gebäude und das Badgebäude und warteten darauf, freigelegt und mit ihren archäologischen Besonderheiten und Schätzen entdeckt zu werden.
So sah es am heutigen Etterweg im September 1994 aus. Das Hauptgebäude war freigelegt und die Erschließungsstraße gebaut. Noch unter der Erde schlummerten südlich anschließend das mittlere Gebäude und das Badgebäude und warteten darauf, freigelegt und mit ihren archäologischen Besonderheiten und Schätzen entdeckt zu werden.

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