Jahresrückblick

17.12.2021

von Bürgermeister Klaus Schellenberg

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Auch das Jahr 2021 war sicherlich wieder ein ganz besonderes und forderndes Jahr und die Corona-Pandemie hat dieses Jahr ganz wesentlich geprägt, aber auch alle stark gefordert.

Trotz dieses überlagernden Themas konnten die Maßnahmen, die sich die Gemeinde Wurmlingen zum Ziel gesetzt hat, planmäßig umgesetzt werden. Es war wieder eine ganze Reihe von kleineren Projekten, aber auch größeren Projekten, wie die abschließende Fertigstellung des Kindergartens „Dörfle am Bach“ bzw. die Außenanlagen, der Neubau des Feuerwehrmagazins, der Radweg-Lückenschluss an der K5920 oder auch die Erschließung des Sportplatzes, diese treten angesichts der Corona-Einschränkungen etwas in den Hintergrund.

Wir alle haben sicherlich nicht erwartet, dass diese Corona-Pandemie, dass dieser Virus uns über solange Zeit hinweg beschäftigt und viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen nach sich zieht, wie die Lieferkettenproblematik, die Teuerungsrate und Inflationsrate oder auch eine Vielzahl von Kurzarbeiterregelungen und Stützungsmaßnahmen.

Wir müssen uns darauf einstellen, dass „Covid 19“ uns noch lange begleiten wird und wir alle wissen nicht, wie viele Menschen daran noch erkranken werden bzw. wer mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben wird oder auch wie viele daran noch sterben werden.

Was sehr nachdenklich stimmt ist, dass wir aktuell, aufgrund dieser Corona-Pandemie eine Spaltung der Gesellschaft spüren. Mehr und mehr ist Hass, manche Verschwörungstheorie und eine Staatsverdrossenheit zu spüren. Die digitalen Netze und damit verbunden die Anonymität machen dies natürlich einfacher und es ist auch einfach geworden, manche Rettungskräfte, Polizisten oder Andere zu beleidigen oder auch zu bedrohen. Viele haben sich auch von einer objektiven Berichterstattung verabschiedet. Die Landeszentrale für politische Bildung nannte erst kürzlich, dass sich ca. 40% der Bevölkerung nicht mehr über objektive Medien informieren, sondern nur noch über die Sozialen Medien, was schon sehr nachdenklich macht.

Bei allen Einschränkungen, gerade jetzt wieder in der vierten Welle der Corona-Pandemie, sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir uns als Gesellschaft mit gegenseitiger Toleranz begegnen und bei aller unterschiedlicher Meinung nicht spalten lassen sollten.

Auf der anderen Seite darf auch die Frage gestellt werden nach Gemeinschaft und Solidarität. In der Wahrnehmung ist einem gemeinschaftlichen und solidarischen Handeln oft die Durchsetzung von Eigeninteressen oder Egoismen gefolgt. Ablesbar im Abnehmen der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr, bis hin natürlich auch zum Impfen. Das Impfen schützt natürlich zunächst jeden einzelnen selbst, aber auch die Nächsten und die Gemeinschaft.

Die ruhigeren Tage über Weihnachten bieten vielleicht Gelegenheit über solche Themen nachzudenken.

Die Liste der Herausforderungen in den nächsten Jahren ist recht lang und groß. Wir sollten auch gemeinschaftlich die Kraft und Energie darauf verwenden, Themen wie Klimaerwärmung und damit verbundene Aufgaben beim Klimaschutz oder auch der Energieeinsparung, Effizienzsteigerung oder den Ausbau der regenerativen Energien voran zu bringen. Die Aufgabenzuwächse bei den Gemeinden, wie z.B. beim qualitativen Ausbau der Kindergärten oder dem Rechtsanspruch auf Betreuung in der Grundschule, die demografische Entwicklung, der weitere Mangel an Fachkräften und viele weitere Punkte mehr, sollten wieder stärker auf der örtlichen Ebene gesehen und in den Fokus gerückt werden. Die Herausforderungen werden sicherlich nicht weniger werden.

So möchte ich, wenn auch das Jahr 2021 wieder viele Einschränkungen und den Ausfall von dem ein oder anderen Fest und Veranstaltung mit sich gebracht hat, allen herzlich danken, die sich ehrenamtlich engagiert haben. Viele Bürgerinnen und Bürger sind in den Vereinen, in den Kirchen und den weiteren Institutionen ehrenamtlich tätig.

Wenn wir vorhin nachdenkliche Gedanken formuliert haben, haben wir doch eine tolle Gemeinschaft in Wurmlingen mit einem hohen ehrenamtlichen Engagement. Stolz dürfen wir auch sein, dass wir in fast allen Bereichen gemeinsam durch die Höhen und Tiefen der Pandemie gegangen sind. Viele haben sich eingebracht, Ruhe bewahrt, den Verein oder den Betrieb am Laufen gehalten oder sich um den Nachbarn gekümmert.

Dafür möchte ich Ihnen, gerade in diesem schwierigen Jahr 2021 und den damit verbundenen besonderen Herausforderungen, herzlich Danke sagen.

Herzlichen Dank sage ich auch allen Mitgliedern des Gemeinderates, allen Bediensteten der Gemeinde, den Kirchen, der großen Zahl der Vereine und Ehrenamtlichen, aber auch unseren Unternehmerinnen und Unternehmern, sowie allen Bürgerinnen und Bürgern für manche, sicherlich auch im Jahr 2021 noch wertvollere Begegnung, manche Anregung oder auch Impulse über das komplette Jahr hinweg.

Vielen Dank den Damen und Herren des Gemeinderates, auch für die gute und immer konstruktive Zusammenarbeit. Ich denke auch im interkommunalen Vergleich wird deutlich, dass sich der Gemeinderat immer stark zum Wohle der Bürger und Bürgerinnen eingesetzt hat. Ein herzliches Dankeschön auch allen Verantwortlichen in den Vereinen, in der Interessensgemeinschaft „Wir in Wurmlingen-Wir für Wurmlingen“, dem Initiativkreis Asyl oder auch allen Helferinnen und Helfern der Nachbarschaftshilfe.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen nun in diesen schwierigen Zeiten zunächst ein schönes und ruhiges Weihnachtsfest im Kreise von Menschen, die Ihnen wichtig sind. Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr viel Kraft, Glück und Gottes Segen. Nutzen Sie die Tage zwischen „den Jahren“ um neue Kraft zu tanken, um abzuschalten und im Kreise der Familie oder Freunden unbeschwerte, fröhliche Stunden zu genießen oder vielleicht auch über manchen Wertewandel nachzudenken. Und bei aller Nachdenklichkeit sollten wir auch nicht vergessen, dass wir in einem Land mit hohem Wohlstand leben. Dass wir gute Rahmenbedingungen haben und vielleicht auch an diesen Tagen sehen, dass es uns auch im Vergleich zu anderen Ländern doch sehr gut geht.

Frohe Weihnachten, alles Gute für das neue Jahr und natürlich ganz besonders Gesundheit.

Ihr Bürgermeister
Klaus Schellenberg

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