25.09.2026
in Wurmlingen und Rietheim-Weilheim
Aufgrund des sehr heißen Sommers und der sehr geringen Niederschläge sind die Bäume im Wald extrem gestresst und geschwächt, insbesondere die Fichten und Tannen. Hohe Temperaturen haben die Entwicklung der Borkenkäfer begünstigt und die Population erneut ansteigen lassen. Wir verzeichnen derzeit einen enorm starken Befallsdruck von Buchdrucker und Kupferstecher. Diese rindenbrütenden Käfer haben sich bereits eingebohrt und entwickeln sich unter der Rinde. Zu erkennen ist dies aktuell an verfärbender und schütterer Benadelung und am Absterben im Gipfelbereich. Das Sturmholz aus den letzten Gewitterstürmen ist weiterer Brutraum für Borkenkäfer.
Die privaten Waldbesitzenden sind aufgefordert, die Fichten und Tannen in ihrem Wald regelmäßig und sorgfältig zu kontrollieren. Wenn Schadholz festgestellt wird, müssen die Bäume umgehend aufgearbeitet und aus dem Wald verbracht werden. Nicht verkäufliche Hölzer sollten durch entsprechende Bearbeitung ( Kleinsägen -spalten- oder hacken) als Brutraum entwertet werden. Aufschichten im Wald ist ungeeignet, da sich der Käfer auch im aufgearbeiteten Holz weiterentwickelt. Ausfliegende Käfer stellen für Ihren Wald und die angrenzenden Wälder eine enorme Gefahr dar.
Leider stellen wir mit Sorge fest, dass viele Waldbesitzende dieser wichtigen Aufgabe nicht mit der nötigen Konsequenz nachgehen. Die Folge sind zunehmende Käferschäden im eigenen Wald, aber nicht selten auch im Wald der angrenzenden Nachbarn. Damit die Borkenkäfersituation nicht aus dem Ruder läuft, appellieren wir an die Waldbesitzenden ihren Verpflichtungen nachzukommen. Sollte der Pflicht zur zeitnahen Aufarbeitung des Schadholzes nicht Folge geleistet werden, muss mit einem Bußgeld gerechnet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass das Forstamt auch ohne Einverständnis der Waldbesitzenden Sanitärhiebe durchführt - im Weg der sogenannten „Ersatzvornahme“. Die Kosten hierfür werden in Rechnung gestellt
Sollten Sie Unterstützung bei der Aufarbeitung benötigen, oder Fragen haben, steht das Forstrevier gerne beratend zur Seite unter Tel.: 07461/9261223 oder Mail:m.herwig@landkreis-tuttlingen.de
Michael Herwig, Forstrevierleiter